26.01.2011 Bauen
In seiner heutigen Sitzung hat der Unterausschuss Sanierungsprogramm Schulen das Gutachten zum Sanierungsbedarf an städtischen Schulen beraten, die Maßnahmen festgelegt, die noch im laufenden Jahr in Angriff genommen werden sollen. An 99 Schulen wird nach heutigem Stand in den kommenden elf Monaten gebaut.
“Das heißt aber nicht“, erklärt die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, “dass die anderen sanierungsbedürftigen Schulen im Stadtgebiet nicht von unserem Sanierungsprogramm profitieren. Oftmals laufen hier noch Prüfungen zur Kostenermittlung.“ Das Bestreben sei, zunächst die baulich höchstdringlichsten Maßnahmen umzusetzen.
Die Landeshauptstadt Stuttgart will in diesem Jahr ein Drittel mehr Geld für die Sanierung von Schulen ausgeben, als im Haushaltshaltsplan festgeschrieben. Das Budget soll um 25 Mio. Euro aufgestockt werden. Die Beratungsfirma Drees & Sommer hatte im Auftrag der Stadt den genauen Sanierungsbedarf bei den städtischen Schulen festgestellt. Insgesamt wurde von den Experten der Gebäudezustand von 168 Schulen (mit 465 Gebäuden) im Detail bewertet. Das Gutachten beziffert einen Sanierungsbedarf in der Größenordnung von insgesamt 331 bis 346 Mio. Euro in den kommenden fünf Jahren.
Stuttgart hatte bereits zum Doppelhaushalt 2008/2009 mit einem Sondersanierungsprogramm reagiert und 60 Mio. Euro zusätzlich zum laufenden Bauunterhaltungsbudget von jährlich etwa 18 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Zudem wurden ab 2009 über das Konjunkturpaket II des Bundes weitere Maßnahmen für insgesamt rund 42 Mio. Euro in Angriff genommen. Im Blick auf den trotzdem weiter anwachsenden Sanierungsstau wurden zum Doppelhaushalt 2010/2011 ein weiteres 100-Mio.-Euro-Sanierungsprogramm (auf vier Jahre verteilt 2010 bis 2013) beschlossen.
Der hohe Sanierungsbedarf an Schulen ist ein bundesweites Problem. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin beziffert die Kosten für dringende Sanierungen bundesweit auf 73 Mrd. Euro.


